Das Wetter ist nicht gut zu uns. Erst regnete es tagelang, und nun wird es mit jedem Tag kälter und dunkler. Klare Zeichen dafür, dass Mittwinter auf uns zukommt. Doch all das hält uns nicht davon ab, nebenbei noch mehr Kram mit Wikinger-Bezug zu machen. Hier sind ein paar Dinge, die wir in der Zwischenzeit so getrieben haben.

Zuerst machte Víl einen hübschen Griff für Ásas kleine Sichel. Die Klinge hatten wir auf dem Markt bei der Trelleborg geholt - seit Monaten schrie sie nun nach einem schönen Griff. Víl schnappte sich ein Ziegenhorn und ein Stück Ahorn und vervollständigte das arme Ding.

Mit angemessenem Werkzeug konnte Ása nun in den Garten ziehen und dort die Waid-Pflanzen ernten. Das ergab nicht wirklich viel, nur einen kleinen Korb voll mit Blättern. Diese wurden zermatscht, in Bälle geformt und getrocknet, damit sie lagerfähig wurden. Das ist im Prinzip genau das, was Waidbauern vor Hunderten von Jahren immer gemacht haben. Die getrockneten Bälle konnten problemlos gehandelt werden.

Da unser erster Markt nächstes Jahr wahrscheinlich schon im März sein wird, hat Ása angefangen, Fäustlinge zu nadeln. Das erste Paar machte sie aus Walnuss-gefärbter Wolle im Finnischen Stich (2+2 F1) in Männergröße. Es existieren Funde des Finnischen Stiches aus Finland, die ungefähr auf 1000 n. Chr. datiert wurden, somit also so eben in die Wikingerzeit fallen. Ein zweites Paar macht Ása für sich selbst, im Mammen-Stich (1+2 F2) mit Handspindel-gesponnener Wolle gefärbt mit Zwiebelschale und Walnuss.

Bei der Trelleborg hatten wir nicht nur die Sichelklinge gekauft, sondern auch einige Stücke Mammut-Zahn. Gestern hat sich Víl hingesetzt und aus ein paar der Stücke Nadeln geschnitzt. Sie reichen in der Größe von einer gut für's Nadelbinden bis zu einer, mit der man nur mit dem allerfeinsten Faden arbeiten (und vielleicht sogar schöne Seidenstickereien zaubern?) kann. Mit einer abschließenden Politur an einem Stück Leder sind sie die glattesten Nadeln, die ihr jemals in den Fingern gehalten haben werdet.

Von all diesen ein schnelles Ergebnis liefernden Dingen abgesehen, läuft im Hintergrund noch etwas Recherche. Ása arbeitet sich noch immer durch die Literatur für ihren neuen Hängerock, erlaubte sich aber auch eine kleine Ablenkung, um die Archäologie und die Meinungen der Gelehrten bezüglich eines warmen Manteln zu prüfen. Berichte und Artikel dazu werden folgen, aber sie brauchen ihre Zeit.