Als lagernder Darsteller auf (Früh-)Mittelaltermärkten hat man diverse Gründe, sich mit dem Thema “Essen” näher zu beschäftigen. An erster Stelle steht da das eigene Erlebnis. Wie hat es damals geschmeckt? Ganz gleich, wie gerne man Kartoffeln, Chili oder Romanesco-Kohl mag, zum wahren Reenactment-Gefühl gehört es nicht. Und dieses buchstäbliche Über-den-Tellerrand-schauen hat sogar einen schönen Nebeneffekt: Man lernt über die Herkunft und die ursprüngliche Form der modernen, auf Ertrag gezüchteten Lebensmittel und weiß altes wieder zu schätzen.
Ein weiterer Grund ist, den Besuchern diesen Teil des damaligen Alltagslebens ein wenig näher zu bringen. Schließlich werden alle Gerichte vor Ort auf den Märkten zubereitet, manchmal werden sogar zuerst Samen und Kräuter vom Wegesrand gesammelt. Da kommen gelegentlich mancherlei neugierige Fragen auf – oder man kriegt sogar junge freiwillige Küchenhilfen, die auch mal in einem Wikingerlager helfen wollen.