Eine kleine Ernte...

Mit dabei waren Jesper und Annett, die wir dieses Jahr auf dem Sommermarkt in Haithabu kennen gelernt und in Moesgård wieder getroffen hatten.

Zu Anfang wurde das Horn mit selbstgemachtem Cassis-Met herumgereicht; ein Produkt des letzten Sommers. Der Honig stammt von Hobbyimkern aus der Umgebung, die Beeren aus dem eigenen Garten. Wir haben so viel davon hergestellt, dass so mancher Schluck auch auf den Märkten im nächsten Jahr genossen werden kann!

Für das Mahl orientierten wir uns an folgenden Rezepten (mit entsprechender Abwandlung; Originalrezepte können in "An Early Meal" nachgelesen werden):

  • "Wild Leaf Herb and Cheese Pottage": Im Prinzip wildes Grünzeug mit Butter und Käse. Statt des Gänsefußes, der ja nun nicht mehr wächst, kauften wir Stielmus und Kerbelkraut ein. Den Stielmus blanchierten wir vorher, den Kerbel (sowie etwas Schnittlauch und eine Lauchzwiebel) gaben wir roh in die Mischung. Gesalzen wurde das alles mit Bärlauch-Salz, auf die Molke mussten wir leider verzichten. Das Spannende an diesem Gericht ist, dass es eigentlich auf häufige Wildkräuter setzt. Statt des Gänsefußes aus dem Rezept kann man sich im Laufe des Jahres durch das Wildkräuter-Angebot der Natur probieren und das Gericht schmeckt jedes Mal ein wenig anders.
  • "Salmon on Turnip Stew": Für dieses Gericht haben wir uns fast vollkommen ans Rezept gehalten. Der größte Unterschied in unserer Zubereitung war wohl, dass wir neben einer halben Steckrübe noch frischen Kugelrettich aus dem Garten hinzufügen konnten.
  • "Buttered Turnips": Einfach der Rest der Steckrübe und ein paar Kugelrettiche in Würfel geschnitten, gegart, Butter dran, Dill, Koriander und Schnittlauch drüber, fertig! Auf das Zerstampfen der Rüben haben wir hier verzichtet.
  • "Wheat Frumenty with Cheese": Dieses Rezept ist eigentlich sehr schlicht. (Koch)Weizen wird mit Wasser oder Brühe gekocht und dann werden Hartkäse, zerstoßene Koriandersamen und Kresse beigemischt. Unsere Version war etwas reichhaltiger: Wir haben vorher noch zwei Zwiebeln und etwas Kohl (in diesem Fall Wirsing) in Butter angeschmort und mit dem Weizen vermischt. Neben ein wenig Hartkäse würzten wir das Ganze mit Korianderblättern, Senfsaat, Koriandersamen und ein wenig Bier-Essig. Gut zu wissen: Wenn man keinen Kochweizen, sondern normale Weizenkörner nimmt, hilft es, sie vorher einen Tag einzuweichen. Die Kochzeit ist aber selbst dann nicht zu unterschätzen!
  • "Hazelnut Treats": Dafür wurden am Vorabend alle Haselnüsse, die wir noch im Haus hatten, geknackt. Die Kerne haben wir sehr fein zermahlen und dann leider ein wenig zu lange und etwas zu warm im Ofen gelassen, sodass sie nun etwas hart geworden sind. Lecker sind sie dennoch geworden.
  • "Apple Frumenty": Ursprünglich ist dieses Rezept wahrscheinlich ein ziemlicher Sattmacher, da auch hier Weizenkörner gekocht und mit Apfel- und Brombeermus sowie gerösteten Walnüssen gemischt werden, abgeschmeckt mit etwas Minze. Das Rezept hat uns dazu inspiriert, einen Apfelmus-Nachtisch in unser Mittwinter-Fest einzubauen, die Zutaten (und auch die Zubereitung) sind z.T. aber doch etwas anders ausgefallen. Den Weizen haben wir weggelassen, die Walnüsse aber beibehalten (im Adventon während der HIKG hatten wir ja Unmengen davon gesammelt). Statt saurer Äpfel bzw. Holzäpfel und Brombeeren griffen wir auf ein mit Rosmarin und Gewürzen verfeinertes Apfelmus aus Äpfeln von lokalen Streuobstwiesen zurück, welches wir diesen Spätsommer eingekocht hatten. Damit sind wir von "nordischen" Zutaten zwar abgewichen, aber das hat uns an dieser Stelle wenig gestört. Wer das wünschte, bekam noch ein klein wenig Skyr dazu.

Es hat wirklich Spaß gemacht, diese Rezepte mal auszuprobieren und wir freuen uns darauf, mehr von dergleichen auf den Märkten zu kochen. Der Abend selbst war auch ausgesprochen schön. Später konnten wir noch den Vollmond an einem knisternden Feuerchen genießen. Vielen Dank auch an unsere Gäste für einen tollen Abend!



Andere Artikel