Horde minus zwei Bretonische Wolle

In den Textilfunden der Wikingerzeit finden wir an einigen Stellen Hinweise darauf, dass die Kleidung nicht nur mit Stickereien, feinen Brettchenborten und Posamenten, sondern auch mit so schlichten Dingen wie einer einfachen Schnur oder Kordel verziert wurde. Ich habe zu diesem Sachverhalt ein paar Recherchen gemacht und die Erkenntnisse auf einen Teil meiner Kleidung übertragen.

Die Kordeln stellte ich mit einer Lucet aus Eichenholz her, die Vil mir liebevoll zurechtschnitzte. Zwei Kordeln entstanden aus selbstgesponnenem, zweifarbig gezwirntem Garn aus Islandwolle, welches ich mit wildem Oregano blassgrün gefärbt hatte. Die ursprünglichen Farben waren weiß und hellbeige, weswegen man sie nun nicht mehr so klar erkennt. Die Kordeln nähte ich auf zwei Nähte an der Vorderseite meines Hängerockes. Zwei weitere Kordeln machte ich mit dunkelgrünem Wollgarn und verzierte damit den Vorderrand meines Kopftuches; hier habe ich zum Festnähen fein gesponnene Islandwolle benutzt, die ich mit Brennessel hellgrün gefärbt hatte.

Flechtbänder, Kordeln und andere Arten von Zierschnüren stellen eine schöne Alternative zu dem prunkreichen Schmuck dar, der uns in (vergleichsweise) größeren Mengen aus den Birkagräbern erhalten ist und wahrscheinlich nicht so sehr zur Alltagskleidung gehörte. Ein kurzer Artikel mit meinen Rechercheergebnissen wird demnächst auf dieser seite veröffentlicht.