Schweinereien Februar-Þing, Horde plus zwei

Es hat lange Zeit gedauert, aber nun ist das erste Schaf fertig gekämmt. Zuvor bestand die Wollte aus zum Teil dichten Knubbeln, kurze und lange, stabile und brüchige Fasern waren gemischt und manche Stellen waren noch regelrecht gelb von all dem Lanolin. Durch das Kämmen wurden die Fasern nebeneinander ausgerichtet und sortiert – kurze und brüchigere Fasern sowie kleine Knötchen, die beim Spinnen sehr stören können, blieben zwischen den Kammzähnen hängen und das Lanolin hat sich zwischen den Fasern verteilt. Durch dieses Wollfett hätte die Wolle hervorragende wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften. Weil ich diese Wolle jedoch vor allem zum Färben verwenden will, werde ich einen großen Teil wieder auswaschen müssen, weil die Farbe sonst nicht gleichmäßig angenommen würde.

Am Anfang habe ich nicht auf die Qualität der einzelnen Wollknubbel geachtet, bevor ich sie auf den Kamm gesetzt habe. Später habe ich dann gezielt erst nach solchen gesucht, die überwiegend aus glatteren, glänzenden und längeren Fasern bestanden. Dementsprechend habe ich nun Kammzüge gemischter, feinerer und gröberer Qualität. Mit letzteren wird es vermutlich schwieriger sein, feine und gleichmäßige Garne zu spinnen. Aber für Alltagsgegenstände wie Topflappen oder grobe Arbeitshandschuhe reicht es allemal. 50 Gramm der gemischten Kammzüge habe ich bereits versponnen. Im Vergleich zu einem unsortierten Vlies lässt sich die Wolle sehr schön spinnen. Es lohnt sich also, sich vorher die Mühe zu machen und seine Wolle einmal durchzukämmen, wenn man plant, ein gleichmäßiges Garn zu spinnen.

Wie lange ich letztendlich gebraucht habe, um all die Wolle zu kämmen, kann ich nicht sagen. Ich habe die Zeit nicht im Auge behalten, sondern einfach immer wieder mal abends ein wenig gekämmt, teilweise mit Unterstützung von Vil. Es hat mich aber interessiert, wieviel Prozent des Ausgangsmaterials am Ende übrig bleibt. Das Ergebnis: Etwa 25% Ausschuss. Ob dieses Verhältnis auch für die Wolle der Ouessant-Schafe zutrifft, will noch herausgefunden werden. Ich denke, dass es von Schafrasse zu Schafrasse variiert.

Was geschieht nun mit der Ausschuss-Wolle? Weggeschmissen wird sie sicherlich nicht, dafür ist sie zu wertvoll. Wir haben beschlossen, diese Wolle als Kissenfüllung zu nutzen. Auch doppellagige Winterkleider könnten damit gefüttert werden, und selbst im Gartenbau kann Schafwolle wegen ihrer wasserspeichernden Eigenschaften verwendet werden.